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Quellkartierung 2003-2005

Dieser Abschlussbericht dokumentiert die ökologisch erweiterte Quellkartierung des Nationalparkes Gesäuse (Obersteiermark, Österreich) in den Jahren 2003 bis 2005. Die Vorberichte 2003 und 2004 sind integriert und müssen von Interessenten nicht extra ausgehoben werden. Die kartierte Fläche deckt (unter Berücksichtigung des Kosten-Nutzen- Faktors hinsichtlich der Erreichbarkeit) die gesamte Nationalparkfläche zum Verordnungszeitpunkt 2005 ab. Insgesamt 848 Gewässerpunkte, davon 616 Quellaustritte, 27 Schwinden bzw. Versickerungen und 107 Tümpel wurden mit GPS-Peilungen eingemessen und anhand hochauflösender Orthofotos verifiziert. Sie sind neben einigen hydrogeologischen Grundparametern auch mit einer Reihe von hydrobiologischen Kennzeichnungen charakterisiert. Für die Dokumentation wurde die Struktur der Labordatenbank des Nationalparkes oö. Kalkalpen übernommen und angepasst.

Die Quellen des Gesäuses entstammen zu einem großen Teil dem typischen nordostalpinen Karstmilieu, doch prägen auch Kluftquellbezirke aus Dolomit, Schichtgrenzquellen und Moränen- sowie Alluvialquellen größere Areale. Ein kleiner Teil der Quellen entspringt aus dem Paläozoikum der Grauwackenzone. Die kartierten Quellen haben durchwegs geringe bis mittlere Schüttungen, nur wenige Karstquellbezirke überschreiten die 100 Sekundenliter Marke. Viele Quellen sind aber aus quellökologischer Sicht viel versprechend, reich mit Mikrohabitaten ausgestattet und zum überwiegenden Teil unberührt. 9 % der kartierten Quellen sind in irgend einer Form genutzt, meist als Weide- oder Wegbrunnen, und unterschiedlich stark beeinträchtigt. Geschädigte Quellen findet man auch im Vertrittbereich der Almen und an den Forststraßen.

Für insgesamt 96 Quellen und Quellhorizonte wurden weitergehende Untersuchungen (Erstaufnahmen) in Hydrochemie, Mikrobiologie und Quellbiologie (Zoobenthos) vorgeschlagen, 39 davon für ein längerfristiges Monitoring empfohlen. Erste Quellmonitoring - Kampagnen wurde im Herbst 2004 und 2005 mit dem Fachteam des Nationalparkes oö. Kalkalpen ausgeführt. Von 29 Quellen haben wir insgesamt 43 Normparameter der Trinkwasseranalyse ermittelt und limnologisch-zoologische Erstaufnahmen dokumentiert. Die Wasseranalysen bestätigen die sehr gute Qualität der Quellwässer. Aus mikrobiologischer Sicht wären allerdings 80 Prozent der Quellen nur mit Vorbehalt oder gar nicht für den menschlichen Genuss geeignet gewesen. Das ist aber der Normalfall im Karst der Nördlichen Kalkalpen, wie wir aus zahlreichen Vergleichsgebieten wissen.

Die biozönotischen Ersterhebungen haben den hohen Naturschutzwert bestätigt, aber auch teils starke Beeinträchtigungen nachgewiesen, abzulesen an der Sukzession der Quellarten in Richtung Bach- und Tümpelbiozönosen. Die Faunenzusammensetzung ist typisch alpin, viele Quellen haben aber eine große Eigenständigkeit im Artenspektrum. Bei einer aufgefundenen Plecopterenart im oberen Sulzkar handelt es sich um einen Erstnachweis. Weitere neue Arten sind bei dieser Insektengruppe, aber auch bei den Hydrobiiden (Quellschnecken) und Wassermilben nicht auszuschließen.

Daten und Ressourcen
Veröffentlichende Stelle
Bezeichnung bzw. Name der Organisation der den Metadatensatz veröffentlicht.
Nationalparks Austria
Datenverantwortliche Stelle
Bezeichnung bzw. Name der für den Datensatz, Dienst oder das Dokument zuständigen Organisation bzw. Person
NP Gesaeuse
Kontaktseite der datenverantwortlichen Stelle
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Weiterführende Metadaten - Link
Verweis zu weiterführenden Informationen zum Datensatz bzw. Dienst. Verweise auf Datensätze, die im Dokument benutzt oder interpretiert werden.
Zeitliche Ausdehnung (Anfang)
Element zur Erfassung des Beginns der Gültigkeit eines Datensatzes, Dienstes oder Dokuments
01.01.2005 01:00:00
Datum des Metadatensatzes
Datum, an dem der Metadatensatz erzeugt bzw. aktualisiert wurde. Die Datumsangabe erfolgt gemäß Ö–NORM ISO 8601 YYYY-MM-DD.
05.03.2019 11:42:22
Kategorie
Kategorisierung des Datensatzes, Dienstes oder Dokuments.
Umwelt
Eindeutiger Identifikator
Eindeutiger Identifikator für den Metadatensatz. Der Eintrag beschreibt die eindeutige Identifikation für einen Metadatensatz. Es sollte eine UUID (nach RFC:4122) gewählt werden.
29C49E08-5DF7-519E-F383-53A9AA7AD0C9
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