Österreichisches COVID-19 Open Data Informationsportal

Die statistischen Informationen des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) zur Ausbreitung des neuartigen Coronavirus (COVID-19, SARS-CoV-2) sind als Open Government Data (OGD) unter der offenen Creative Commons (CC) Lizenz verfügbar (CC-BY-4.0). Die Daten sind für die Allgemeinheit unter der Bedingung der Namensnennung (d.h. der Nennung der Quelle BMSGPK) in maschinenlesbarem Format zusammen mit den zugehörigen Metadaten weiterverwendbar.

Dies entspricht den Vorgaben des Informationsweiterverwendungsgesetzes (IWG) und der Open Data und Public Sector Information (PSI) Richtlinie 2019/1024 der EU. Gesundheitsinformationen zu COVID-19 sind auch entsprechend dem Umweltinformationsgesetz (vgl. §§ 2 und 9 UIG) zu veröffentlichen.

Anwendungen und Visualisierungen

Die COVID-19 Pandemie hat zu einem bemerkenswerten Engagement der Entwickler-Community in Österreich, Europa und weltweit geführt. Nachdem unser Leben sich stark in die digitale Domäne verlagert hat und der Wert des gemeinsamen Datenaustauschs offensichtlich wurde, gilt es diese Bestrebungen weiter zu unterstützen.

Die Interpretation von Daten ist eine komplexe Angelegenheit. Hierfür braucht es das Wissen von Experten aus vielen unterschiedlichen Fachbereichen und vor allem einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Offene Daten, die an einer Stelle für alle verfügbar sind, ermöglichen ein erfolgreiches und rasches Zusammenspiel von Wissenschaftlern, Forschern, Entwicklern und Analytikern. Erfolgreiche Datenanalysen und Problemlösungsstrategien beruhen auf der Verfügbarkeit von korrekten Daten. Mittels vielfältiger technischer Unterstützung ist es trotz komplexer Datenlage möglich schnellere und wirksamere evidenzbasierte Schlüsse zu ziehen.

Die folgende Übersicht zeigt welche Anwendungen und Visualisierungen zu COVID-19 und darüber hinaus entstanden sind.

Bekämpfung von Fake News

Offene Daten sind ein effizientes Mittel zur Bekämpfung von Falschinformationen oder Fake News. Daten die von einer vertrauenswürdigen Quelle offen verfügbar gemacht werden, sind jederzeit auf deren Korrektheit überprüfbar bzw. zum dauerhaften Nachweis verlinkbar. Somit lassen sich Falschinformationen rasch widerlegen. Die vertrauenswürdigsten Daten zur Ausbreitung des Coronavirus wurden im öffentlichen Auftrag erstellt und stammen von amtlicher Stelle. Sie sind somit von herausragendem Wert für die Allgemeinheit. Im Idealfall werden Daten von einer amtlichen Single Source of Truth (SSOT) bereitgestellt.

Datengestützte Initiativen

Die Corona-Krise zeigt dass gemeinsamer Zusammenhalt und gemeinsames Know-How für alle von Vorteil sind. Dafür braucht es ein offenes und kollaboratives Zusammenwirken, auch auf der Basis von Open Data. Die folgenden Initiativen tragen in entscheidendem Maße zu besseren Lösungen zur Bewältigung der Krise bei. An dieser Stelle ein großer Dank an alle Entwickler - Gemeinsam gegen Corona!

Europa

Das Virus kennt keine Grenzen. Europäische und internationale Zusammenarbeit sind entscheidend zur Bewältigung dieser herausfordernden Zeiten. Die Bündelung von Informationen und aktive Zusammenarbeit führt uns besser durch die Krise.

Auf Initiative der Europäischen Union wurde vom Europäischen Datenportal (EDP) eine Übersicht zu Datensätzen und datengestützten Initiativen zu COVID-19 in ganz Europa erstellt:

https://www.europeandataportal.eu/de/covid-19/overview

Open Source und Datenschutz durch Technik

Quelloffene Software ist ein entscheidender Beitrag zur Stärkung des Vertrauens in digitale Anwendungen, da der Quellcode von Anwendern auf dessen Vertrauenswürdigkeit überprüft und gegebenenfalls verbessert werden kann. Ein vielfältiges Zusammenwirken aller Interessierter an der Entwicklung und Verbesserung von Anwendungen kann deren Nutzen und Sicherheit entscheidend steigern.

Datensicherheit und Datenschutz durch Technik und datenschutzfreundliche Voreinstellungen (Privacy by Design & Privacy by Default) sollten bei der Entwicklung von Anwendungen idealerweise von vorne weg und konzeptuell mit gedacht und implementiert werden.

Github - zentraler Sammelpunkt für quelloffene Software
GitHub ist ein Onlinedienst, der quelloffene Software auf seinen Servern bereitstellt und für Entwickler weiterverwendbar macht. Github ermöglicht eine effiziente Versionsverwaltung, d.h. Änderungen und Neuerungen des Codes von Software-Projekten werden mittels öffentlich einsehbarer Quelltext-Datenbanken (Repositories) laufend aktualisiert verfügbar gemacht.

Vorzeigebeispiel Italien zu COVID-19: Von der italienischen Zivilschutzbehörde wird seit dem 24.2.2020 ein täglicher Datensatz zu den kumulierten COVID-19-Daten auf Github veröffentlicht. Dies trägt erheblich zur verbesserten Weiterverwendbarkeit der statistischen Daten bei.

Open-Source-Anwendungen

Offene Wissenschaft

Offene Wissenschaft (engl. Open Science) ermöglicht ein effizientes Zusammenwirken von Forschern und Entwicklern. Forschungsdaten, Berichte und andere Forschungsprozesse sind dabei frei zugänglich, und zwar unter Bedingungen, die die Wiederverwendung, Weiterverbreitung und Vervielfältigung von Forschung und den ihr zugrundeliegenden Daten und Methoden ermöglicht. Open Science ist transparentes und zugängliches Wissen, das durch kollaborative Netzwerke geteilt und (weiter)entwickelt wird.

Diese Methodik der offenen Zusammenarbeit erweist sich gerade in Krisenzeiten als besonders effektiv. Auf europäischer Ebene wird derzeit an der Errichtung einer European Open Science Cloud (EOSC) gearbeitet.

Europäische COVID-19 Forschungs-Datenplattform
Zur Ankurbelung der Forschungsbemühungen zu COVID-19 wurde eine Europäisches COVID-19 Forschungs-Datenplattform (European COVID-19 Research Data Platform) und ein Europäisches COVID-19 Forschungs-Datenportal (European COVID-19 Research Data Portal) eingerichtet. Ziel des Datenportals ist es den Austausch von Daten und deren Analyse zu erleichtern und Corona-Forschungsaktivitäten zu beschleunigen. Vernetzte Europäische Datenräume für COVID-19 sind ebenso Bestandteil der in Entstehung befindlichen European Open Science Cloud (EOSC).

Link: https://www.covid19dataportal.org/

Weiterführende Informationen:

Wichtige Informationen zum Corona-Virus

Wichtige Informationen zum Coronavirus und wie wir uns schützen können sind über die zentrale Plattform für digitale Amtswege und Verwaltungsinformationen oesterreich.gv.at verfügbar.

Lehren aus der Krise

Es ist wichtig die Erfahrungen aus der COVID-19-Pandemie gründlich zu analysieren, gerade etwa was die Resilienz der digitalen Infrastruktur und die Weiterentwicklung der datengestützten Gesellschaft und Wirtschaft betrifft. Die Krise hat ebenso den Wert und Nutzen der Digitalisierung verdeutlicht, damit etwa große Teile der Gesellschaft und Wirtschaft weiterhin im Home Office funktionsfähig bleiben konnten.

Beschleunigt Corona die Weiterentwicklung des europäischen Datenraums? Wie soll die digitale Zukunft Österreichs und Europas aussehen? Wie können wir alle zu einer positiven digitalen Transformation beitragen?

Die Europäische Kommission stellte im Februar 2020 neue Strategien für Daten und künstliche Intelligenz vor. So kann man sich noch bis zum 31. Mai 2020 an der öffentlichen Konsultation zur Europäischen Datenstrategie beteiligen und der Kommission Vorschläge für die künftige Entwicklung des EU-Rechts übermitteln.

Während der Krise laufen die Aktivitäten zur Ermittlung hochwertiger Datensätze im Sinne der Open Data und PSI Richtlinie 2019/1024 weiter. Anregungen zu Open Data, zum Austausch und der Analyse von Daten und zu hochwertigen Datensätzen jederzeit an die Task Force PSI und Open Data des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW).

Feedback

Gibt es allgemeine Verbesserungsvorschläge? Open Data ist keine Einbahnstraße. Zu jedem Datensatz auf data.gv.at kann entsprechendes Feedback gegeben werden und Kontakt mit der datenverantwortlichen Stelle aufgenommen werden - Kontaktdetails jeweiliges Metadatenblatt, Beispiel COVID-19-Daten des BMSPGK:

Allgemeine Anregungen und Verbesserungen jederzeit per Email oder Twitter.

Teilen

2 Klicks für mehr Datenschutz: ein wesentliches Open Data-Prinzip besagt, dass keine Daten veröffentlicht werden dürfen, die einen Rückschluß auf einzelne natürliche Personen zulassen. Ein ähnliches Prinzip zum Schutz persönlicher Daten wird auf data.gv.at bei Teilen-Buttons für Social-Media-Netzwerke verfolgt: da diese Teilen-Buttons allein beim Laden bereits Daten übermitteln, bieten wir Ihnen die Möglichkeit der Selbstbestimmung - Sie können selbst entscheiden, ob ein Teilen-Button aktiviert werden soll oder nicht.